2011 · Walchensee

Ein kleines Hotel in der Vorsaison, ganz für uns allein.Wir arbeiten im Festsaal und auf der Terrasse. Der Blick über den Walchensee auf das Karwendelmassiv ist – man kann es nicht anders sagen, wir sind nun mal in Bayern – majestätisch. Das Licht- und Wolken-Szenario wechselt täglich, wenn nicht stündlich. Urfeld: Was für ein Ortsname! Als wär‘s eine Arbeit von Beuys, tonnenschwer aus Stahl über Fettbergen aufgetürmt. Stattdessen eine handvoll Häuser, ein Kiosk mit Tretbootverleih, eine Jugendherberge im Wald, eine Bausünde in Form einer Appartmentanlage aus den 1970ern, schließlich die Einlaufstelle für das Walchenseekraftwerk.

 

Von Goethe bis Corinth reicht die Liste berühmter Reisender, die hier Station machten und Inspiration fanden. Die Bronzebüste des Dichters blickt von einer der letzten Kehren der Kesselbergstraße über See und Alpen hinweg gen Italien. Sie tut dies etwas schmallippig; vielleicht weil sie 1933 gegossen wurde, vielleicht auch, weil sie nichts von der vortrefflichen Stachelbeertorte abbekommt, die wir uns heute im Hotel Karwendelblick zur Kaffeepause munden lassen …